Unterwegs am Weinviertler Jakobsweg

Sportlicher Heimaturlaub in schönster Natur am Weinviertler Jakobsweg

Langsam werden Urlaubspläne geschmiedet. Diesmal wird es die Heimat sein, denn hier gibt es genug zu erleben – zum Beispiel den Weinviertler Jakobsweg. Ich bin einen Teil vom Weinviertler Jakobsweg letztes Jahr gegangen und auch wenn ich täglich nach 20km abbrechen wollte, kann ich ihn wirklich sehr empfehlen!

Gelbe Pfeile weisen den Weinviertler Jakobsweg.
Gelbe Pfeile weisen den Weg

Der Weinviertler Jakobsweg führt von Drasenhofen nach Krems in sechs Etappen mit insgesamt 154km. Damit man die schöne Natur ringsherum besser sehen kann, schickt einen der Jakobsweg über alle Hügel und Berge, die das Weinviertel zu bieten hat. Aber wie wir wissen, sind diese zum Glück sanft und idyllisch.

Frühstückspause am Wegesrand des Weinviertler Jakobsweges mit Aussicht.
Frühstückspause am Wegesrand mit Aussicht

Zwischen den Hügeln und Feldern liegen die malerischen Kellergassen eingebettet, für die das Weinviertel berühmt ist. Und wo eine Kellergasse, da auch ein Weingarten und hoffentlich ein Achterl Wein. Lediglich an einem Tag ging es durch den Wald und der war auch noch etwas schlecht beschildert. So wurde dann auch der Adrenalinspiegel bedient.

Beim Start in Drasenhofen erhält man das Pilgerheft im Pfarrhof. In diesem Pilgerheft sind Texte, aber auch leere Felder für die Stempel, die man in den Kirchen findet. Die Tradition des Stempelns kannte ich schon vom Spanischen Jakobsweg. Dort ist man nur berechtigt in den Herbergen zu nächtigen, wenn man einen Pilgerpass (La Credencial) besitzt. Außerdem erhält man in Santiago nur dann die Pilgerurkunde (Compostela), wenn man mit dem Pilgerpass nachweisen kann, die Strecke gegangen zu sein. Aber so streng ist es hier nicht 😉

Der Stempelpass des Weinviertler Jakobswegs.
Der Start-Stempel in Drasenhofen

Nächtigen kann man entlang vom Weg problemlos: in Pilgerherbergen bis zu Hotelzimmern, alles vorhanden! Wir mischten unsere Unterkünfte und wählten Männerkloster, Kolping- und Bildungshaus. Ebenso vielfältig ist auch die Verpflegung unterwegs. Einmal ist’s ein Heuriger, dann ein zünftiges Gasthaus, ein anderes Mal eine Bäckerei, ein Selbstbedienungs-Einkehrplatz oder ein kleiner Supermarkt.

Ein Selbstbedienungs-Einkehrplatz.
Ein Selbstbedienungs-Einkehrplatz, wie er schöner nicht sein könnte!

Was den ganzen Weg über positiv auffällt, ist die Freundlichkeit der Weinviertler. So sagen wir spaßig, dass wir jeden Tag bei der Berechnung der Ankunftszeit mindestens eine Stunde “sozialen Puffer” einbauen müssen. Schon beim Frühstück kommt man ins Tratschen, wohin’s denn geht und dann werden Erfahrungen ausgetauscht. Es kann aber auch sein, dass man im Supermarkt angesprochen wird, ob man bei Schlechtwetter vielleicht geführt werden möchte. Personen in Kirchen oder am Wegesrand, die entweder Auto putzen oder mit Rad und Hund unterwegs sind, bleiben stehen und erkundigen sich nach dem Wohlergehen und der Herkunft. Einmal als Niederösterreicher geoutet, ist der einstündige soziale Puffer dahin. Am besten blieb mir eine Dame in Erinnerung, die uns auf einer Bank vor der Kirche bei einem Päuschen sitzen sah und sich als hiesige Pfarrsekretärin vorstellte. Sie bot uns an, sollten wir nicht mehr können, sie in der Pfarrkanzlei anzurufen und sie würde uns von überall holen.

Fazit des Weinviertler Jakobsweges: Nicht nur die Natur kann man hier genießen, sondern ebenso die Freundlichkeit, wie sie im Weinviertel gelebt wird. Die Länge der Tagesetappen sind nicht allzu flexibel gestaltbar, aber durchaus machbar! Unterkünfte, Verpflegung und alles Wissenswerte ist gut beschrieben auf der Webseite https://www.jakobsweg-weinviertel.at/!

Ich wünsche: “Buen camino!” oder “Einen guten Weg!” 🙂

Gipfelsieg am Buschberg am Weinviertler Jakobsweg.
Gipfelsieg! Den höchsten Berg des Weinviertels bezwungen – den Buschberg! 🙂
Teresa

Teresa ist der Großstadtmensch in dieser Runde. Sie liebt es, neue Kulturen anhand vom Essen kennenzulernen - nur dem Weinviertler Wein, dem bleibt sie treu!

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