Das ultimative Slow Food

Es gibt 200 Schneckenfarmen in Frankreich. Wien darf sich über eine freuen. Frankreich ist mit einem Verbrauch von 40.000 Tonnen pro Jahr nach wie vor der größte Schneckenkonsument der Welt. Sie wird vor allem als “Escargots à la Bourguignonne” im Ofen mit Knoblauchbutter gebacken, von den Franzosen heiß geliebt.

Schätzungsweise ist das bei uns derzeit nicht so ganz der Fall. Wobei Schnecken in der Wiener Küche eine lange Tradition haben. Bereits im Mittelalter galten sie als Delikatesse und wurden in den verschiedensten Varianten zubereitet.

Sehr beliebt waren sie auch in der Fastenzeit in Klöstern und beim Adel, denn sie galten weder als Fleisch noch als Fisch. Bereits im 17. Jahrhundert wurden in Niederösterreich Schneckengärten zur Zucht angelegt, um den Wiener Bedarf zu decken.

Am Petersplatz befand sich bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts ein Schneckenmarkt, auf dem die Standlerinnen die Tiere lebend als Wiener Auster feilboten.

In den 1930er Jahren startete der Wiener Schneckenexport mit 20 Tonnen Schnecken pro Saison. Vor Kriegsausbruch und dann wieder im Jahr 1948 ist dieser auf eine Größe von 350 Tonnen angewachsen. Obwohl auch in vielen Restaurants in Österreich Schnecken serviert wurden, sind viele Wiener Schneckenrezepte in Vergessenheit geraten.

Nun versucht Andreas Gugumuck diese Tradition seit geraumer Zeit wieder zu beleben und produziert in der Rosiwalgasse im 10. Bezirk Wiener Weinbergschnecken. Neben der Schnecken „Urproduktion“ gibt es dort auch ein kleines Bistro und eine Manufaktur, wo die Schnecken veredelt werden. Der Vorteil für den Wiener Konsumenten, er kann sie dadurch bereits im Glas beziehen und muss sich nicht, wie viele Franzosen, mit den lebenden Tieren herumschlagen.

Im 18 Jhd. war eines der Lieblingsrezepte der Wiener*innen Weinbergschnecken mit Kren und Weinkraut. Von den vielen Rezepten hat sich Wetti das spannendste herausgesucht.

Die Wahl fiel auf die köstlichen, knusprigen Erdäpfel-Schnecken-Pralinen. Das Rezept erfordert etwas Zeit, dafür ist aber ein tolles Geschmackserlebnis garantiert.

Die Schnecken gibt es per Versand und im Hof-Laden.

Viel Spaß beim Entdecken dieses ultimativen Wiener Slowfoods.

Petra Regner-Haindl

Petra ist inzwischen eine ganz bekannte Kräuterfee, die keine Minute auslässt, um sich nach essbaren Pflanzen umzusehen. Sie frönt dem Genuss und lässt Euch gerne daran teilhaben.

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