Aroma des Sommers

Im Sommer genießen wir die herrlichsten Aromen und Düfte von Kräutern und Blumen. Wäre es nicht schön, diese einfach einzufangen und den guten Geschmack und vielleicht auch ein bisschen die Heilwirkung konservieren zu können.

Die Lösung sind Kräuter- und Blütensirupe. Hier könnt Ihr mehr über die Herstellung und Pflanzenauswahl dieser genialen Aromabomben erfahren. Es ist richtig toll, wenn man seine Lieblingsblume in die Flasche bekommt und dieses göttliche Aroma und den blumigen Geschmack einfangen kann.

Die Herstellung

Die Herstellung ist eigentlich supereinfach, mit nur 3 Zutaten – Wasser, Zucker und frischen Kräutern bzw. Blüten – hat man schon alles in der Küche, was man dazu braucht.

Man gibt je 1 Häferl (Übersetzung für Nicht-Weinviertler ca. 250 ml Tasse) Wasser und Zucker in einen Topf und erwärmt die Mischung bis sich der Zucker aufgelöst hat. Nun die Mischung leicht köcheln lassen bis sie vollständig klar und nicht trüb ist. In der Zwischenzeit die Kräuter verlesen und grob schneiden, bzw. die Blütenblätter aus den Blütenköpfen zupfen und in Gläser füllen. Fertigen und noch heißen Läuterzucker über die vorbereiteten Pflanzen gießen, leicht abdecken und warten bis der Sirup vollkommen ausgekühlt ist.

Natürlich kann man die Pflanzen auch kalt ansetzen, wie beim klassischen Hollerblütensirup-Rezept. Doch die Erfahrung hat gezeigt Kräutersirupe werden bei der  Herstellung im Warmverfahren viel intensiver im Aroma.

Grundsätzlich sollten Sirups mit den Pflanzen nicht mehr gekocht werden. Dies gilt vor allem, wenn es sich um Blumenessenzen handelt. Bei harten Pflanzen wie z.B. Rosmarin und Thymian könnte man eine Ausnahme machen und die Pflanzen in den Topf zum Läuterzucker geben und noch 5-10 Minuten bei ca. 75 °C am Herd stehen lassen, dann wegstellen und auskühlen lassen.

Ist der Sirup ganz kalt, wird er durch ein feines Sieb gegossen und in gut verschließbare Flaschen gefüllt. Unser Tipp: Denkt daran, der Zucker löst sich im Wasser auf, so werden aus 2 Häferl im Endergebnis ca. 1,5 Häferl Sirup.

Wer möchte kann gleich mehrere Sirupe parallel herstellen. Einfach Gläser mit den verschiedenen Kräutern vorbereiten. Zuckersirup herstellen und heiß auf die div. Gläser verteilen.

Sirupe halten sich luftdicht verschlossen im Kühlschrank bis zu 3-4 Wochen. Dies kann man auf bis zu ein Jahr verlängern, wenn die Flaschen vor dem Befüllen sterilisiert werden und der Sirup nochmals auf ca. 75°C erwärmt und heiß abgefüllt wird. Auch hilft die Zugabe von Zitronensäure (ca. 10-25 g auf 1 kg Zucker) die Haltbarkeit zu verlängern. Idealerweise sollte der Sirup nicht aufkochen, das verändert den Geschmack und die Inhaltsstoffe und manchmal auch die Farbe.

Die Kräuter

Jetzt fragt Ihr Euch sicher, welche Pflanzen sich gut für die Sirupherstellung eignen.

Hier die Wetti-Tipps:

  • Anis Ysop – gibt Speisen und Getränken ein bisschen Lakritzgeschmack.
  • Französischer Estragon – passt hervorragend in Gin oder Wodka, sollte vielleicht noch mit einer anderen Geschmackskomponente ergänzt werden.
  • Rosmarin – verleiht Limonaden und Cocktails einen überraschenden und subtilen Geschmack.
  • Lindenblüten – es muss nicht immer Tee sein.
  • Königskerze – hat einen angenehmen Geschmack und ist gegen Husten einsetzbar.
  • Minze – ist die klassische Zutat eines jeden Mojitos.
  • Zitronenminze – verleiht selbstgemachten Eistees einen Hauch von Zitrus.
  • Thailändisches Basilikum – passt perfekt in jede Bloody Mary.
  • Lavendelblüten – bringen in jeden Sekt eine kleine französische Note.
  • Ananas Salbei – verbindet erdige und fruchtige Aromen, perfekt für Sommergetränke.
  • Thymian – schmeckt nicht nur als Hustensirup.
  • Zitronenmelisse – ist schon fast der Klassiker unter den Kräutersirupen und universal einsetzbar.
  • …und viele mehr

Auch bei der Erstellung von Kombinationen kann man wirklich kreativ sein. Einerseits kann man die vielfältigen Zutaten hinzufügen und andererseits kann man Kräuter und Blüten untereinander kombinieren. Mögliche Zusätze wären vor allem bei Sommerdrinks der Saft und die Schale von Zitronen (bzw. Zitronensäure). Bei einem Wintersirup könnte man mit Zimtstangen, Nelken oder Vanilleschoten eine Extraportion Geschmack hineinbringen. Ganz Wagemutige können auch Ingwer, Pfeffer oder getrocknete Chillis zu den Kräutern mischen.

Bei der Kombination von Kräutern und Blüten kann man den Geschmack der Kräuter mit der Farbe der Blüten vereinen. Probiert Schafgarbensirup mit den Blüten der Mauretanischen Malve und Ihr werdet staunen. Der rote Sirup (siehe Bild nebenan) ist diese Kombination mit Zitronensäure, im Gegensatz dazu der grüne Sirup ohne Zitronensäure. Jedoch behält dieser seine Farbe nur einen Tag lang. Am nächsten Tag habt Ihr dann nur mehr einen aromatisierten Läuterzucker. Daher ist für eine konstante Farbe Zitronensäure unerlässlich.

Die Verwendung

Wenn man viele Sirups herstellt, ist es ganz günstig, wenn man viele Möglichkeiten der Verwendung kennt. Hier eine kleine Auswahl an Ideen dafür:

  • mit Mineralwasser aufgegossen – die schnellste selbstgemachte Limo, die man sich vorstellen kann
  • wichtige Komponente für viele Cocktails (wie Mojitos, Whisky Sour oder für den nächsten Weihnachtspunsch)
  • zur Geschmacksverbesserer für Smoothies und Tees
  • Topping für frisches Obst und Eis
  • geniale Zutat beim nächsten Parfait
  • selbstgemachter Hustensirup (bei Thymian, Salbei & Co).
  • mit Korn oder Wodka (Menge ca. 20 % vom Sirup) für einen schnellen Likör

Jetzt wo ihr wisst, wie man einen Kräutersirup herstellt, wünschen wir Euch viel Spaß beim Ausprobieren von neuen Rezepten und Genießen Eurer Mischungen, am besten bei einer Sommerparty im Weinviertel.

Petra Regner-Haindl

Petra ist inzwischen eine ganz bekannte Kräuterfee, die keine Minute auslässt, um sich nach essbaren Pflanzen umzusehen. Sie frönt dem Genuss und lässt Euch gerne daran teilhaben.

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